Stichworte zu den wichtigsten Erkrankungen

 
 

Überdurchschnittlich häufig und bereits in der Lebensmitte werden bei diesen Heimtieren Tumorerkrankungen diagnostiziert. Sehr oft handelt es sich dabei um Schilddrüsen- und Speicheldrüsen- Haut- und Unterhaut- und ganz besonders auch um Brusttumoren, die sich durch ein schnelles Wachstum auszeichnen. Die Rückfallrate, selbst nach frühem chirurgischem Eingreifen, ist erschreckend hoch.
Todesursache Nummer 1 ist aber dennoch eine in der Regel chronisch und oft unerkannt verlaufende bakterielle Infektion, nämlich die Lungen-Mykoplasmose. Bei dieser grippeartigen Atemwegserkrankung (mit Niesen, Nasenausfluss, auffällig fiependen bis röchelnden Atemgeräuschen, Atemnot, mitunter auch Mittelohrentzündung und Kopfschiefhaltung) handelt es sich um ein eigentliches Gruppen- oder Bestandesproblem. Die (vorübergehend) erfolgreiche Einzeltierbehandlung ist selten nachhaltig und zu wenig effizient, um den Erreger wirklich eliminieren zu können.
Selten und noch seltener von deutlich wahrnehmbaren Krankheitssymptomen begleitet, jedoch für die sie haltenden Menschen recht gefährlich ist die Leptospirose. Besonders gefürchtet sind Hirnhautentzündungen. Die Ansteckung erfolgt vorwiegend über den Urin erkrankter Tiere, denn Leptospiren sind feuchtigkeitsliebende und in entsprechendem Milieu lange überlebensfähige Bakterien.
Ebenfalls auf den Menschen übertragbar sind blutsaugende und andere Milbenarten, v.a. aber auch Rattenflöhe. Auch heute noch sind diese vornehmlich in Ländern der Dritten Welt die wichtigsten Vehikel für die Erreger der Pest.

Ein typisches und v.a. bei älteren Ratten häufiges Phänomen sind die sog. „roten Tränen“. Dabei handelt es sich fast immer um das auffällig rot gefärbte Sekret der sog. Harderschen’ (= hinter beiden Augäpfeln liegende spezielle) Drüsen. Alte, kranke, gestresste oder tatsächlich an einer Drüsenveränderung/-entzündung leidende Ratten putzen sich weniger häufig und gründlich, sodass vermehrt Sekretspuren im Augenrandbereich, rund um den Nasespiegel oder sogar an den Vorderpfoten als blutfarbene Krusten zurückbleiben.

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Ratte mit sog. roten Tränen

© 2/2014 - Ch. Sigrist