Trinker Hunde

 


Der grosse Durst beim Hund - nicht nur ein Sommer-Problem!

Das Durstgefühl bestimmt im Allgemeinen die Trinkmenge und wird durch die Flüssigkeitsverluste des Körpers beim Schwitzen, Abatmen und Urinieren reguliert. Für den täglichen Trinkwasser-Bedarf eines Hundes gilt die Faustregel: ein Deziliter pro kg Körpergewicht. Für Hunde, die lange oder intensiv arbeiten (z.B. Spurarbeit, Ausdauerleistungen u.a.m.) oder die sehr aufgeregt, hektisch und nervös sind, gilt dies selbstverständlich nicht. Ebensowenig für säugende Hündinnen oder Hunde, die aufgrund entsprechender tages- oder jahreszeitlicher klimatischer Bedingungen stark schwitzen! Beim Hecheln wird nämlich durch Verdunstung von Körperflüssigkeit überschüssige Wärme abge“atmet“. Dieser Flüssigkeitsverlust muss selbstverständlich durch vermehrtes Trinken kompensiert werden.

Abgesehen von diesen Ausnahme-Situationen sind Hunde, die regelmässig mehr trinken, entweder krank oder Viel-Trinker, im Fachjargon psychogene Trinker genannt.

So bestimmen Sie die tägliche Trinkmenge

Möchten Sie wissen, ob Ihr Hund zuviel trinkt, füllen Sie seinen Wassernapf am besten während 24 Stunden mit einem Messbecher und notieren, wann Sie wieviel nachgefüllt haben und wieviel gegebenenfalls nach dieser Zeit im Napf verbleibt. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Hund während der gesamten Dauer der Messung nicht unterwegs, im Garten, aus der WC-Schüssel oder wo auch immer selbst bedienen kann! Da auch der Feuchtigkeitsgehalt der Nahrung das Trinkverhalten beeinflusst, muss sog. „verstecktes“ Wasser (in der Nahrung enthaltenes oder dieser zugegebene Flüssigkeit) zur gemessenen Trinkmenge addiert werden.


Bestimmen Sie die Trinkmenge nicht, wenn Sie eine Futterumstellung vornehmen oder einen Fasten-Tag einschalten. Hunde, die normalerweise ausschliesslich Trockenfutter verzehren, trinken nämlich deutlich weniger, wenn sie schlecht oder gar nichts fressen; Hunde jedoch, die gebarft oder nass gefüttert werden (eingeweichtes oder angefeuchtetes Trockenfutter, Frischfleisch, Selbstgekochtes, Dosenfutter), trinken bei einer Reduktions- oder Nulldiät deutlich mehr!

Auch bei Hunden gibt es notorische Trinker………………

Trinkt ein 20 kg schwerer Hund also tatsächlich deutlich mehr als 2 l täglich, ist eine Abklärung beim Tierarzt ratsam. Als Ursache für das Vieltrinken (sog. Polydipsie) kommt eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Erkrankungen in Frage, allen voran die chronisch degenerative Niereninsuffizienz (Minderleistung der Nieren), eine „Alterskrankheit“ sehr vieler Hunde. Aber auch Lebererkrankungen, Diabetes (Zuckerkrankheit), eine Über- oder  Unterfunktion der Nebennieren, Tumoren des lymphatischen Systems oder eine Gebärmuttervereiterung bei unkastrierten Tieren können sich durch übermässigen Durst und entsprechend krankhaft vermehrtes Trinken bemerkbar machen.

….. und Pinkler

Können alle anderen Ursachen des vermehrten Durstes/Trinkens sicher ausgeschlossen werden, handelt es sich wohl tatsächlich um einen psychogenen Trinker. Grosse, über 30 kg schwere Hunde, besonders Deutsche Schäferhunde, sind überdurchschnittlich oft krankhafte Trinker! Beim vermehrten Trinken handelt es sich um ein stereotypes, bisweilen gar zwanghaftes Verhalten, dem mangelhafte psychische Stabilität, grosse Stressanfälligkeit oder gar eine Hyperaktivität zugrunde liegt. Bei diesen vierbeinigen Trinkern können der tägliche Wasserkonsum und demzufolge auch die Tages-Urinmenge um das 4 bis 6-fache erhöht sein. Psychogene Trinker sollten von einem tierärztlichen Verhaltensspezialisten abgeklärt werden.

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© 7/2011 - Ch. Sigrist

Hecheln macht Durst!