Wieso Hunde, die bellen,

(manchmal auch) beissen....

 

Bellen ist hörbare (=akustische) Kommunikation (Sprache, Mitteilung, Botschaft, Ausdruck). Grundsätzlich handelt es sich beim Bellen um einen Erregungslaut und um ein in vielen und recht unterschiedlichen Gemütslagen und Zusammenhängen gezeigtes Verhalten. So wird beispielsweise gebellt, wenn man sich freut, aber auch, wenn man sich ärgert. Bellen hat oft einen (auf)fordernden Charakter und heisst dann in etwa: „Geh weg“, „Wag es ja nicht“, „Komm nicht näher“, aber auch „hier bin ich“, „hallo ist da wer“ oder „Leute, aufgepasst, ich habe etwas geortet“. Durch Bellen machen Hunde auf sich aufmerksam, drohen, warnen, verteidigen sich, jemanden oder etwas, schlagen Alarm, lassen Dampf ab, drücken Anspannung, innere Erregung, überschiessendes Temperament u.v.a. aus.

Beissen ist eine aggressive Endhandlung. Eine Endhandlung notabene, die nach Möglichkeit gar nicht ausgeführt wird. Zu gross ist das Risiko, bei einem Kampf gefährlich verletzt zu werden, zu unterliegen, unnötig Kraft und Energie zu verlieren oder, wenn es um eine kämpferische Auseinandersetzung im Sozialverband geht, den Anschluss zu verpassen oder den Gruppenzorn auf sich zu laden! Genau wie wir Menschen das tun (sollten), sprechen Hunde in der Regel, bevor sie Körperkraft einsetzen. So lassen sich viele Auseinandersetzungen vermeiden. Wer jedoch deutliche Warnungen (z.B. Droh-, Schutz- oder Verteidigungsbellen) in den Wind schlägt und zum Angriff übergeht, riskiert, je nach Situation und Selbsteinschätzung des Gegenübers ebenfalls attackiert, verletzt und/oder gebissen zu werden.

Das heisst: Hunde bellen oft, um nicht beissen zu müssen bzw. gebissen zu werden! Es empfiehlt sich also, das Bellen eines Hundes nicht zu ignorieren.

Beim Spielen wird häufig gebellt. Spielerisches Kräftemessen kann aber auch eskalieren und in gefährliches Zubeissen ausarten

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© 8/2011 - Ch. Sigrist

Bellen kann eine Drohbotschaft sein, die Eindringlinge vom eigenen Territorium fernhalten soll